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Mit Flötenspiel und Gesang gegen SMA

am von Marcel Wasserfuhr

Musikschülerin Merle verbessert im Einzelunterricht Feinmotorik und stärkt die Lungenfunktion

Fröhlich und mit sichtlicher Freude packt die siebenjährige Merle Arndt ihre Blockflöte aus.

Sie hat ihre Sachen immer dabei, denn an ihrem Rollstuhl gibt es etliche Möglichkeiten zum Transport wichtiger Utensilien. Für die kleine Musikschülerin ist der Einzelunterricht mit Bezirksleiterin Elisabeth Manns eine versteckte Therapie zur Übung der Feinmotorik. „Am Anfang muss sie sich immer etwas einspielen, wir lockern oft auch die Hände, bis die Griffe sitzen“, erklärt Manns. Merle hat ein klares Gespür dafür, bricht sofort das Spiel ab, wenn sie das Loch nicht richtig getroffen hat, der Ton nicht stimmt. Mit Ehrgeiz lernt Merle Lieder im Fünf-Ton Raum zu spielen, Kuckuck und Backe-Backe Kuchen gehören zu ihren Lieblingsliedern. Im Unterricht gibt Merle selbst das Tempo vor, alles läuft ohne Druck und Erwartungshaltung ab. Für die erfahrene Musikschulleiterin ist es das erste Mal, dass sie sich ganz auf ein mit spinaler Muskelatrophie (SMA) geborenes Kind einstellt und den Unterricht individuell gestaltet. Merle hatte zwar mit anderen Kindern zusammen an der musikalischen Früherziehung teilgenommen, jedoch folgten die Eltern dem Rat der Lehrerin und haben sich für Einzelunterricht entschieden.

Das Flötenspiel seit dem Sommer letzten Jahres hat auch das Selbstbewusstsein von Merle gestärkt, denn kleine Auftritte mit Vorspiel gehören für alle Schüler dazu. „Sie zeigte von Anfang an ein gewisses Talent für dieses Instrument, denn sie hat das Anblasen von Anfang an genau richtig hin bekommen“, berichtet Manns aus den vergangenen Monaten. „Am Anfang haben wir die Flöte durch ein Band gehalten, damit sie ihre eigene Technik für das setzen der Finger entwickeln kann.“ Durch die Lähmungserscheinungen greift Merle meistens im Pinzettengriff. Durch die Freude am Musizieren hat sich die Beweglichkeit der Finger deutlich gebessert. So werden die Bemühungen der Physio- und Ergotherapie unterstützt. Mutter Melanie Jung-Arndt bestärkt ihre Tochter im eigenen Willen. „Sie soll lernen, sich selbst etwas zu erarbeiten. Das Gefühl haben, das sie trotz ihrer Behinderung selbst etwas erreichen kann.“

Das Flöten unterstützt auch die Atmung und kräftigt sie. Die meisten SMA-Patienten werden im Verlauf ihrer Erkrankung mit Problemen der Lungenfunktion konfrontiert. Schwierig wird es ebenfalls bei Infekten. Dafür bekommt Merle Gesangsunterricht. Der Effekt ist der gleiche wie beim Flöten, das Singen stärkt die Lungenfunktion, wieder eine versteckte Therapie mit Freude als beste Motivation.

Geistig besonders fit und rege, hat Merle Kunst und Musik zur ihren Lieblingsfächern erkoren. Basteln mit der Mutter gehört zu ihren schönsten Freizeitbeschäftigungen. Doch auch das Üben für den Flötenunterricht ist für Merle keine lästige Pflicht. jori

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